„Spiegel“-Bericht: Piëch will angeblich VW-Aktien verkaufen

Ferdinand Piëch will angeblich den Ausstieg bei VW: Einem „Spiegel“-Bericht zufolge plant der 79-jährige den Verkauf seiner Anteile am Konzern.
Steigt Piëch endgültig aus?
Steigt Piëch endgültig aus? - © istock.com / shaunl

Laut Informationen des „Spiegel“ will der ehemalige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch seine Anteile an dem Wolfsburger Autohersteller verkaufen. Piëchs Aktienpaket soll derzeit rund eine Milliarde Euro wert sein. Der 79-jährige Piëch, der von 1993 bis 2002 Vorstandsvorsitzender und anschließend bis 2015 Aufsichtsratsvorsitzender bei Volkswagen war, besitzt mehr als 14 Prozent der Stammaktien an der Porsche SE. Bei der Porsche SE handelt es sich um eine Holding, die eine Stimmenmehrheit von über 52 Prozent am Volkswagen-Konzern hält – sie wird oft mit der Porsche AG verwechselt, der Sportwagen-Tochter von Volkswagen.

Porsche SE: „Mögliche Veränderung der Aktionärsstruktur“

Die Porsche SE  gab zeitgleich eine Pressemitteilung hinsichtlich einer möglichen „Veränderung der Aktionärsstruktur“ heraus. Demnach sei das Unternehmen über Verhandlungen der Familien Porsche und Piëch unterrichtet worden, bei denen es darum ginge, ob die Stiftungen Piëchs „den wesentlichen Anteil ihrer mittelbar gehaltenen Stammaktien der Porsche SE an weitere Mitglieder der Familien Porsche und Piëch übertragen.“ Ob es zu einer Veränderung der Aktionärsstruktur komme, sei dem Unternehmen zufolge „aktuell nicht abzusehen.“

Ende des Machtkampfs?

Der Verkauf von Piëchs Anteilen könnte das Ende eines lange währenden Machtkampfs in der VW-Spitze und den endgültigen Ausstieg des Firmenpatriarchen bedeuten. Piëch war mit der Entmachtung des ehemaligen VW-Chefs Martin Winterkorn gescheitert und trat infolgedessen von seinem Posten als Aufsichtsratschef zurück. Zuletzt spitzte sich die Auseinandersetzung zwischen Piëch und dem VW-Konzern zu: Der Großaktionär hatte laut Medienberichten VW-Führungskräften vorgeworfen, schon viel früher als bisher bekannt von Abgasmanipulationen bei dem Wolfsburger Konzern gewusst zu haben. Eine Vorladung des Abgasskandal-Untersuchungsausschusses im Bundestag war von Piëch abgelehnt worden.

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