Das Bankenviertel in Frankfurt. Die Mainmetropole ist der wichtigste deutsche Finanzplatz. (Symbolfoto)
Donnerstag, 26.04.2018 15:04 von | Aufrufe: 993

Aktien Frankfurt: Dax pendelt sich im Plus ein - Berichtssaison im Fokus

Das Bankenviertel in Frankfurt. Die Mainmetropole ist der wichtigste deutsche Finanzplatz. (Symbolfoto) pixabay.com

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Donnerstag nach langem Hin und Her für einen vorsichtigen Erholungsversuch entschieden. Negativ aufgenommene Unternehmenszahlen einiger Indexmitglieder bremsten zwar den Leitindex. Ab dem Mittag bewegte er sich dann aber zumindest in freundlichem Terrain. Zuletzt legte er um 0,17 Prozent auf 12 443,86 Punkte zu.

In der zweiten deutschen Börsenreihe war die Erholungstendenz deutlicher: der Mittelgroße-Werte-Index MDax legte um knapp ein halbes Prozent auf 25 658,16 Punkte zu. Für das Technologiewerte-Barometer TecDax ging es gar um 1,15 Prozent auf 2596,26 Punkte nach oben. Auf europäischer Bühne stand der EuroStoxx 50 ebenfalls in der Gewinnzone.

Neben Unternehmenszahlen behielten die Anleger vor allem den US-Anleihemarkt im Blick, der sich zuletzt als Bremsklotz für Aktien erwiesen hatte. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen verblieb am Donnerstag bei der Drei-Prozent-Marke. "Die Anleger sind immer noch etwas besorgt über den Anstieg, der Anleihen zu einer attraktiven Alternative zu Aktien macht", sagte ein Marktanalyst David Madden.

Die Europäische Zentralbank hat derweil ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert bei rekordtiefen null Prozent belassen. Zunächst gab es auch keine weiteren Hinweise auf einen schrittweisen Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik. Auch hier hatten Beobachter erwartet, dass sich der Chef-Währungshüter Mario Draghi Zeit lassen wird, den nächsten Schritt anzudeuten.

Auf Unternehmensseite sahen die Anleger im Dax bei aktuellen Zahlenvorlagen viel Schatten: Allen voran ging es für die Papiere der Lufthansa (Lufthansa Aktie) sehr deutlich um fast 7 Prozent bergab. Vor allem wegen der teuren Integration von Air-Berlin-Teilen verfehlte das bereinigte operative Ergebnis der Kranichlinie im ersten Quartal die Erwartungen. Die Aktie fiel auf den tiefsten Stand seit Oktober.

Nur wenig besser erging es den Covestro (Covestro Aktie) -Aktionären, die bei ihren Papieren einen Abschlag von knapp 3 Prozent einstecken mussten. Der Dax-Neuling hatte seinen Gewinn im ersten Quartal zwar deutlich gesteigert. Investoren sorgen sich aber über eine wachsende Konkurrenz, nachdem die ehemalige Bayer-Kunststofftochter zuletzt stark von Produktionsausfällen in der Branche profitierte.

Nach einem überraschend schwachen ersten Quartal ging es bei der Deutschen Bank wechselhaft zu. Zeitweise schüttelten die Aktionäre zwar ihre Sorgen ab, weil der neue Konzernchef Christian Sewing bei seinen Umbauplänen auf die Tube drückt. Am Aktienmarkt gewannen dann aber wieder die Skeptiker die Oberhand. Die Aktien fielen zuletzt um 1,25 Prozent.

Der große Lichtblick im Dax war der Autosektor: Allen voran kletterten Volkswagen (VW Aktie) nach guten Konzernzahlen um 2,4 Prozent. Die gesamte Branche erhielt Rückenwind von neuen Spekulationen über einen gelockerten Zugang zum wichtigen chinesischen Automarkt. Die BMW -Aktien kletterten vor diesem Hintergrund um etwa 1 Prozent.

Auch unter den Nebenwerten schwankten Anleger nach Zahlen zwischen Freud und Leid: Sorgen um die Auftragslage ließen die Aktien des Gabelstaplerherstellers Kion im MDax um 6 Prozent abrutschen.


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Besser erging es nach Zahlen den Indexkollegen Fielmann und Wacker Chemie mit Gewinnen von fast 2 beziehungsweise 3 Prozent. Die Optikerkette Fielmann streute Optimismus für das laufende zweite Quartal. Bei Wacker trieb es den Kurs an, dass der Spezialchemiekonzern beim Ausblick für das Gesamtjahr Luft nach oben sieht.

Im TecDax konnten sich die Aktionäre von Aixtron nicht nachhaltig freuen. Erst ging es wegen guter Zahlen und einem optimistischeren Ausblick deutlich hoch, dann aber kippte die Stimmung. Schnelle Gewinnmitnahmen drückten die Papiere zuletzt mit 4 Prozent ins Minus.

Der Eurokurs bewegte sich am Donnerstag in Reichweite von seinem Vortagsniveau. Zuletzt wurden 1,2205 US-Dollar für die Gemeinschaftswährung bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,2185 US-Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,44 Prozent am Vortag auf 0,42 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 139,68 Punkte. Der Bund-Future legte leicht um 0,16 Prozent auf 158,02 Punkte zu./tih/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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